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FNG - Forum Nachhaltige Geldanlagen e.V.

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EU Aktionsplan - Finanzierung nachhaltigen Wachstums

Am 08. März 2018 veröffentlichte die EU den Aktionsplan: Finanzierung nachhaltigen Wachstums (COM(2018) 97 final), der eine Reihe von Handlungsempfehlungen für die Finanzierung der klimapolitischen Ziele von Paris und der nachhaltigen Entwicklungsziele (Sustainable Development Goals) durch Umlenkung der Kapitalströme vorlegt. Durch die erhöhte Berücksichtigung klimapolitischer Risiken soll außerdem ein langfristigeres Denken in der Kapitalmarktanlage gefördert werden, wodurch ein stabilerer Finanzmarkt geschaffen werden soll. Diese Seite informiert zu aktuellen Entwicklungen bei der Umsetzung des EU-Aktionsplans sowie zur begleitenden Arbeit unserer Mitglieder und Partner.
Der EU-Aktionsplan baut auf dem am 31. Januar 2018 veröffentlichten Abschlussbericht der von der EU-Kommission beauftragten High Level Level Expert Group on Sustainable Finance (HLEG) auf und legt zehn zentrale Ziele fest, die zu einem Großteil bis Ende 2019 erreicht werden sollen:

Abb. 1 - Übersicht zu den 10 Punkten des EU-Aktionsplanes

Grafik 10 Punkte Plan EU KOM 2018 07 27

1. Taxonomie der Nachhaltigkeit: Zur Erarbeitung der Nachhaltigkeits-Taxonomie wurde eine Technical Expert Group einberufen, die ein einheitliches Klassifikationssystem der Nachhaltigkeit erarbeitet und die Gebiete identifiziert, in denen nachhaltige Investments die größte Wirkung erzielen. Die Kommission schlägt ein Stufenkonzept vor, beginnend mit einer Taxonomie, die Maßnahmen zur Eindämmung des Klimawandels und zur Anpassung an seine Folgen sowie bestimmte umweltbezogene Tätigkeiten einschließt. In einem zweiten Schritt wird die Taxonomie dann auf die übrigen umweltbezogenen und sozialen Tätigkeiten ausgeweitet.

2. Treuhänder- und Investorenpflichten: Der Vorschlag zielt darauf ab, institutionelle Anleger und Vermögensverwalter ausdrücklich anzuhalten, Nachhaltigkeitsaspekte in den Entscheidungsprozess für Investitionen einzubeziehen und den Endanlegeren gegenüber transparenter zu machen, wie diese Nachhaltigkeitsfaktoren bei Investitionsentscheidungen, insbesondere in Bezug auf ihre Exponierung gegenüber Nachhaltigkeitsrisiken, berücksichtigt werden. 

3.
Green Bond Standards: Zunächst sollen Green Bonds (grüne Anleihen) standardisiert werden. Später soll unter Beachtung der EU Taxonomie ein EU Eco-Label für Finanzprodukte entwickelt werden.

4. Nachhaltige Investitionen: Die Instrumente zur Förderung nachhaltiger Investitionen in der EU und in Partnerländern sollen effizienter gestaltet werden. Nachhaltige Infrastrukturprojekte sollen gefördert werden.


5. Berücksichtigung der Nachhaltigkeit in der Finanzberatung: Wertpapierfirmen und Versicherungsvertreiber sind nach der Richtlinie über Märkte für Finanzinstrumente (MiFID II) und der Versicherungsvertriebsrichtlinie (IDD) verpflichtet, bei der Beratung „geeignete“ Produkte anzubieten, die den Bedürfnissen ihrer Kunden gerecht werden. Mit der Anpassung der Richtlinie sollen sie zukünftig zu einer Abfrage der Nachhaltigkeitspräferenzen von Kunden verpflichtet werden. Die Europäische Wertpapier- und Aufsichtsbehörde (ESMA) wird aufgefordert, in ihren Leitlinien zur Eignungsbeurteilung eine solche Bestimmung über Nachhaltigkeitspräferenzen aufzunehmen.


6. Verbesserung der Transparenz von Methoden und Merkmalen von Climate Benchmarks: Eine Sachverständigengruppe der Kommission soll über die Gestaltung, Transparenz und Methodik von Climate-Benchmarks beraten.


7. Aufnahme von Nachhaltigkeitsaspekten in ESG-Ratings und Analysen: Ratingagenturen sollen ESG-Aspekte in ihre Methodik aufnehmen. Eine Studie zu Methoden und Marktanalysen von Nachhaltigkeit soll durchgeführt werden. 

8. Berücksichtigung von Nachhaltigkeit in Aufsichtsvorschriften: Prüfung, ob mit Klima- und Umweltfaktoren verbundene Risiken in die Risikomanagementstrategien der Versicherungsgesellschaften und Pensionsfonds und die Kapitalanforderungen von Banken als Teil der Eigenkapitalanforderungen und der Eigenkapitalrichtlinie mit einbezogen werden können.


9. Erhöhte Transparenz und Überarbeitung der CSR-Richtlinie: Die EU wird die Anforderungen an die Berichterstattung zur Nachhaltigkeit sowie die Aussichten für eine digitalisierte Berichterstattung prüfen. In diesem Zusammenhang soll die Leitlinie für nichtfinanzielle Informationen überarbeitet werden. 

10.
Nachhaltige Unternehmensführung: Es soll überprüft werden, ob Leitungsgremien der Unternehmen verpflichtet werden müssen, eine Nachhaltigkeitsstrategie, einschließlich angemessener Sorgfaltspflichten in der gesamten Lieferkette, sowie messbare Nachhaltigkeitsziele auszuarbeiten und zu veröffentlichen. Zudem soll die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) aufgefordert werden unangemessenes kurzfristiges Denken auf den Kapitalmärkten zu dokumentieren und zu maßregeln.

 

Abb. 2  - Zeitplan zur Umsetzung des EU-Aktionsplans

Grafik Zeitplan UmsetzungII

Zur Erarbeitung der Kriterien für die durch den EU-Aktionsplan neu geschaffenen Nachhaltigkeitsstandards hat die EU-Kommission eine Technical Expert Group aus der Finanzwirtschaft, Unternehmen und Verbänden sowie Zivilgesellschaft und Wissenschaft benannt. Diese soll unter anderem Konzepte für die EU-Taxonomie, den EU Green Bond-Standard, zu den Referenzwerten für die Bemessung von Low Carbon Indizes sowie Metriken, um die Offenlegung von klimarelevanten Informationen zu verbessern, erarbeiten.
Mit dem EU-Aktionsplan sind die Themen Nachhaltige Geldanlagen und verantwortliches Investieren auf höchster EU-Ebene angekommen. Eine erfolgreiche Umsetzung der Vorhaben birgt große Chancen, Nachhaltigkeit dauerhaft in der Finanzwirtschaft und der EU- und Länderpolitik zu verankern.

Unten stehend finden Sie eine Linksammlung chronologisch zu den Ereignissen auf EU-Ebene rund um das Thema nachhaltige Finanzen, die wir fortlaufend aktualisieren werden. Hinweise und Feedback nehmen wir gerne auf – schrieben Sie uns unter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Besetzung der Technical Expert Group (Mai 2018)
- Liste der Mitglieder
- Pressemitteilung der Europäischen Kommission

Legislativpakete (Mai 2018)
- Vorschlag für eine VERORDNUNG DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES über die Einrichtung eines Rahmens zur Erleichterung nachhaltiger Investitionen (in anderen Sprachen hier)
- Vorschlag für eine VERORDNUNG DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES über die Offenlegung von Informationen über nachhaltige Investitionen und Nachhaltigkeitsrisiken sowie zur Änderung der Richtlinie (EU) 2016/2341 (in anderen Sprachen hier)
- Vorschlag für eine VERORDNUNG DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES zur Änderung der Verordnung (EU) 2016/1011 in Bezug auf Referenzwerte für CO2 arme Investitionen und Referenzwerte für Investitionen mit günstiger CO2-Bilanz: Dokument 1 und Dokument 2 (in anderen Sprachen hier)
- Pressemitteilung der Europäischen Kommission
- Fact Sheet der Europäischen Kommission
- FAQs zu den Legislativpaketen

EU-Aktionsplan (März 2018)
- Bericht in deutsch
- Bericht in englisch
- Pressemitteilung der Europäischen Kommission
- Factsheet der Europäischen Kommission
- FAQs zum Aktionsplan

High Level Expert Group on Sustainable Finance (HLEG)
- Abschlussbericht (Januar 2018)
- Pressemitteilung
- Zwischenbericht (Juli 2018)


Marktbericht

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