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FNG - Forum Nachhaltige Geldanlagen e.V.

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Impressionen vom FNG-Dialog 2016: Nachhaltige Geldanlagen und Klimawandel am 11. Mai in Berlin // 12.05.2016

Bildergallerien:

FNG Dialog in Berlin
Pressefrühstück in Wien
Gemeinsamer Anlass mit dem SSF in der Schweiz

Nachhaltige Geldanlagen und Klimawandel am 11. Mai in Berlin

Seit fünf Jahren organisiert das Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG) im Rahmen der Veröffentlichung seines Marktberichts den FNG-Dialog. Die diesjährige Veranstaltung behandelte neben den aktuellen Entwicklungen auf dem nachhaltigen Anlagemarkt auch den Zusammenhang zwischen Finanzmärkten, Klimawandel und verantwortlichem Investment. Der FNG Dialog 2016 konnte sich außerdem auch dieses Jahr wieder über gestiegene Teilnehmerzahlen freuen, was zeigt, dass die Thematik Nachhaltige Geldanlagen zunehmend in den Fokus aller Stakeholder rückt.

Der Marktbericht zur Entwicklung Nachhaltiger Geldanlagen im Jahr 2015 wurde am 11. Mai 2016 offiziell im Ludwig Erhard Haus in Berlin vor zahlreichen Teilnehmern aus Finanz und Politik vorgestellt. Im Fokus des aktuellen Berichts wie auch der Veranstaltung stand die Thematik „Nachhaltige Geldanlagen und Klimawandel“. Nach einer kurzen Präsentation der allgemeinen Entwicklungen auf dem nachhaltigen Anlagemarkt in Deutschland und einer Analyse des Zusammenhangs zwischen finanzieller Performance und Nachhaltigkeit gingen die darauf folgenden Impulsvorträge und die abschließende Podiumsdiskussion deshalb verstärkt auf klimarelevante Entwicklungen im Finanzsektor ein.

Wachstum und Profitabilität Nachhaltiger Geldanlagen

In seiner Begrüßung zu Beginn der Veranstaltung wies der FNG Vorstandsvorsitzende Volker Weber im Rückblick auf das Jahr 2005 auf das ausgesprochen beachtliche Wachstum des nachhaltigen Anlagemarktes bis heute hin. Auch die ansteigenden Anfragen aus Politik und Wirtschaft in allen drei durch das FNG vertretenen Ländern, Deutschland Österreich und der Schweiz, würden zeigen, dass Nachhaltige Geldanlagen zunehmend in der öffentlichen Wahrnehmung ankommen.

Nach einem Grußwort durch Erol Bilecen für Vescore, einem Goldsponsor des Marktberichts, stellte die FNG Geschäftsführerin Claudia Tober die Befunde der diesjährigen Marktstudie für Deutschland und die DACH-Region vor. Dies unterstrich die einführend erwähnte positive Entwicklung des Marktes Nachhaltiger Geldanlagen: 2015 war dieser in Deutschland um mehr als 30 Prozent, in der DACH Region sogar um mehr als 110 Prozent gewachsen. Beschlossen wurde der Themenblock zu Nachhaltigen Geldanlagen schließlich durch die Keynote von Dr. Bassen, Professor für Kapitalmärkte und Unternehmensführung an der Universität Hamburg und Mitglied des Rates für Nachhaltige Entwicklung. Die Ergebnisse seiner Meta-Analyse „Nachhaltige Finanzwirtschaft und finanzieller Erfolg“, die nahezu 2200 Studien zu eben diesem Thema untersuchte, hoben hervor, dass es für Finanzakteure eine ökonomisch rationale Entscheidung sei, auf ESG Investments zu setzen.

Klimawandel aus Unternehmens- und Investorenperspektive

Im Anschluss an eine kurze Mittagspause leitete Johannes Erhard vom WWF Deutschland dann zum Schwerpunkt der Veranstaltung über. In seinem Vortrag zum Klimareporting durch deutsche Unternehmen machte er nicht nur auf die fortwährend steigende Relevanz der Klimawandel-Thematik für den Privatsektor aufmerksam. Erhard wies auch auf die noch bestehenden Schwierigkeiten in diesem Bereich hin und stellte Klimareporting.de, eine gemeinsame Plattform von WWF und CDP, zur Unterstützung des Austausches von unternehmerischen Klimastrategien vor. Das Klimareporting soll zum einen den berichtenden Unternehmen zur Stärkung interner Prozesse dienen, zum anderen aber auch externen Stakeholdern wie Kunden und Kapitalmarktakteuren die Möglichkeit bieten, Unternehmen im Hinblick auf ihre Klimaperformance zu bewerten.

Dr. Maximilian Horster von der in Zürich ansässigen South Pole Group wechselte dann von der Kapitalnehmer- zur Kapitalgeber-Perspektive. Seine fünf Thesen boten eine schlagkräftige Zusammenfassung zur Bedeutung des Klimawandels für Investoren. Innerhalb dieser wies er nicht nur darauf hin, dass viele Investoren sich mittlerweile bereits unabhängig von weiteren ESG Kriterien mit der Bewältigung des Klimawandels auseinandersetzten. Er betonte auch, dass durch die entsprechende Direktive im Pariser Klimavertrag erstmalig die Angleichung aller Finanzflüsse, also auch privater, an die Bewältigung des Klimawandels gefordert wurde. Auf dieser Grundlage sei der Klimawandel für Investoren auch perspektivisch nicht mehr wegzudenken: Neue Transparenzinitiativen werden gefordert sein, ebenso wie innovative Investmentprodukte. Zu derartigen Produkten zählten beispielsweise Investmentindizes, die das zwei Grad Ziel explizit berücksichtigen, oder Informationstools, wie CLIMPAX, das derzeitig von der South Pole Group und anderen Organisationen entwickelt wird und den Carbon Footprint von Publikumsfonds messen soll.

Podiumsdiskussion: Klimaorientierung bei Kapitalanlagen: Wann wird es ernst?

Nach einer kurzen Fragerunde stellte die Moderatorin Susanne Bergius schließlich das Panel für die abschließende Podiumsdiskussion vor. Gemeinsam mit Dr. Thomas Deser von Union Investment, einem weiteren Goldsponsor des Marktberichts, diskutierten Jacqueline Albers von CDP, Alexander el Alaoui von Brot für die Welt/Germanwatch sowie Jochen Wermuth von Wermuth Asset Management die Frage „Klimaorientierung bei Kapitalanlagen: Wann wird es ernst?“.

Kohlenstoffrisiken, die die Gefahr einer Abwertung von bestehenden Investments und Geschäftsmodellen im Falle einer rigoroseren Klimaschutzpolitik beschreiben, seien bereits jetzt erkennbar, erklärte el Alaoui. Ein Beispiel hierfür wäre etwa der Stromkonzern RWE, der sich in einer starken Schieflage befindet – ein Zeichen dafür, dass das Thema Klima bereits jetzt „ernst“ werde. Wermuth formulierte derartige Entwicklungen etwas drastischer und wies auf das bald bevorstehende Aus aller Geschäftsmodelle hin, die zu stark auf die Produktion oder Verwendung fossiler Brennstoffe setzen. Das Beispiel Saudi Arabien sollte allen als deutlicher Hinweis für das schnell ablaufende Verfallsdatum von fossilen Brennstoffen gelten: Der im April vorgelegte Entwicklungsplan Saudi Vision 2030 hat die umfassende Diversifizierung der saudischen Wirtschaft im Auge, um somit die Abhängigkeit des Landes vom Erdöl zu verringern. Mit Blick auf die abnehmende Bedeutung fossiler Brennstoffträger sieht er außerdem vor, fünf Prozent des staatlichen Ölkonzerns Aramco zu verkaufen und den Ausbau der Erneuerbaren massiv zu fördern. Vor dem Hintergrund solcher Entwicklungen, erklärte Wermuth, seien Divestment und das respektive Umleiten von Geldern in nachhaltige und klimafreundliche Anlagen unabdingbare Anlagestrategien.

Im Gegensatz zu diesem Ansatz, entgegnete Deser, setze die Union Investment nicht auf – vermeintlich – vornehmlich Signalwirkung-erzeugende Maßnahmen wie das Divestment, sondern auf die Messung ihres Carbon Footprints im Rahmen ihrer Verpflichtungen innerhalb des Montréal Carbon Pledge und auf umfassendes Engagement zu Klimathemen bei entsprechend kohlestoffintensiven Unternehmen. Dies soll helfen, eine tatsächlich langfristige und nachhaltige Veränderung in deren Geschäftsgebaren zu erzielen, sagte Deser. Für die Förderung der Kommunikation und Information zwischen Investoren und Unternehmen stellt beispielsweise die Arbeit von CDP ein wichtiges Instrumentarium dar. In diesem Zusammenhang hob Albers hervor, dass Investoren, die einen der Hauptnutzer der von CDP erhobenen Klima-Unternehmensdaten darstellen, die Klimaorientierung ihrer Kapitalanlagen durchaus ernst nähmen – Anleger sehen die Teilnahme von Kapitalmarkt-notierten Unternehmen an CDP mittlerweile als ein grundlegendes Kriterium für eine ökonomisch nachhaltige Unternehmensführung. In Bezug hierauf führte Deser an, dass Union Investment dem Vorstand von Unternehmen, die nicht an CDP berichten, generell keine Entlastung erteilt. Dass Klimaschutz für Investoren einen derartig integralen Bestandteil darstellt, sei auch bei den Unternehmen angekommen, ergänzte Albers: Die Thematik Klimawandel erfahre seit Beginn der Arbeit von CDP von Jahr zu Jahr mehr Aufmerksamkeit und habe außerdem dazu beigetragen, dass sich die Zahl der Unternehmen, die Reduktionsmaßnahmen durchführen, mittlerweile verdoppelt habe. Ab diesem Jahr würden außerdem die neu gefassten Klimaschutzziele in Paris noch stärker in die Erhebungen von CDP integriert.

Das Thema Klimawandel wird also durchaus ernst in Kapitalanlage-Entscheidungen miteinbezogen. Die Frage, unter der das Podium sich zusammengefunden hat, könne entsprechend mit „Jetzt“, wenn auch mit unterschiedlich daraus ableitbaren Handlungsempfehlungen beantwortet werden, schlussfolgerte Bergius. Mit dieser klaren und doch differenzierten Antwort schloss die Moderatorin die Podiumsdiskussion. Danach bedankte sich Weber im Namen aller FNG-Mitarbeiter bei den Podiumsteilnehmern sowie den Besuchern und beendete den FNG Dialog 2016.

Präsentationen:

Begrüßung – Volker Weber, FNG
Präsentation Marktbericht Nachhaltige Geldanlagen 2016 – Claudia Tober, FNG
Keynote „Nachhaltige Finanzwirtschaft und finanzieller Erfolg“ – Prof. Dr. Alexander Bassen, Universität Hamburg / Rat für Nachhaltige Entwicklung
Impuls-Statement „Klimareporting“ – Johannes Erhard, WWF Deutschland
Impuls-Statement „Relevanz von Climate Impact Rating und CO2 Fußabdruck” – Dr. Maximilian Horster, South Pole Group

 

Studie:

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